Lexikon · Leibrente
Leibrente – Definition, Immobilie und Steuer
Eine Leibrente ist eine lebenslange Rente. Bei der Immobilienverrentung verkaufen Eigentümer gegen eine solche Rente und wohnen meist weiter.
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Von Erten Dörter · Stand: Oktober 2026 · Lexikon A–Z
Kurzdefinition
Eine Leibrente ist eine regelmäßige Zahlung, die im Zweifel für die gesamte Lebensdauer des Berechtigten zu leisten ist (§ 759 BGB). Bei der Immobilienverrentung verkaufen Eigentümer ihr Haus oder ihre Wohnung gegen eine solche lebenslange Rente. Meist behalten sie ein Wohnrecht oder einen Nießbrauch.
Auch: Immobilienrente, Leibrente Immobilie, Verrentung Immobilie
Was bedeutet Leibrente genau?
Die Leibrente verwandelt gebundenes Immobilienvermögen in laufendes Einkommen. Typischer Ablauf bei einer Immobilie:
Verkauf: Der Eigentümer verkauft die Immobilie notariell an einen Käufer, oft einen Anbieter oder eine Privatperson.Gegenleistung: Statt eines Kaufpreises auf einmal zahlt der Käufer eine lebenslange Rente, manchmal kombiniert mit einer Einmalzahlung.Wohnen bleiben: Der Verkäufer erhält ein im Grundbuch eingetragenes Wohnrecht oder einen Nießbrauch.Absicherung: Die Rentenzahlung wird üblicherweise durch eine Reallast im Grundbuch gesichert (§ 1105 BGB).
Ein Leibrentenversprechen bedarf der Schriftform (§ 761 BGB); beim Immobilienverkauf wird ohnehin alles notariell beurkundet. Steuerlich wird eine solche Leibrente beim Empfänger im Privatvermögen grundsätzlich nur mit dem Ertragsanteil erfasst, der vom Alter bei Rentenbeginn abhängt: zum Beispiel 11 Prozent bei Beginn mit 75 Jahren und 8 Prozent mit 80 Jahren (§ 22 Nr. 1 EStG). Liegt der Erwerb weniger als zehn Jahre zurück, kann zusätzlich ein privates Veräußerungsgeschäft vorliegen.
Beispiel aus Köln
Eine 75-jährige Eigentümerin aus Köln-Rodenkirchen verrentet ihr Haus. Sie erhält eine lebenslange Rente von 1.500 Euro monatlich und behält ein lebenslanges Wohnrecht; die Rente wird per Reallast gesichert (angenommenes Beispiel).Von den 18.000 Euro Jahresrente sind 11 Prozent, also 1.980 Euro, als Ertragsanteil einkommensteuerpflichtig (eigene Rechnung). Wie hoch die Rente ausfällt, hängt vom Verkehrswert, vom Wert des Wohnrechts und von der statistischen Lebenserwartung ab. Lebt sie länger als statistisch erwartet, profitiert sie; stirbt sie früh, profitiert der Käufer.
Was bedeutet das für Eigentümer?
Eine Leibrente kann sinnvoll sein, wenn Sie im Haus bleiben möchten, keine Erben bedenken müssen und zusätzliches Einkommen brauchen. Prüfen Sie die Bonität des Käufers, die Absicherung im Grundbuch und was bei einem späteren Umzug ins Pflegeheim gilt. Vergleichen Sie mit Alternativen wie Teilverkauf, Rückmietverkauf oder Verkauf und Umzug. Welche Wege es im Alter gibt, zeigt die Seite Immobilie verkaufen im Alter; weitere Lebenslagen finden Sie unter Besondere Situationen. Grundlage aller Varianten ist ein realistischer Wert; eine erste Einschätzung gibt die Online-Bewertung.
Abgrenzung: Leibrente vs. Teilverkauf vs. Rückmietverkauf
| Leibrente | Teilverkauf | Rückmietverkauf | |
|---|---|---|---|
| Was wird verkauft | ganze Immobilie | Anteil, oft bis 50 % | ganze Immobilie |
| Zahlung an Verkäufer | lebenslange Rente | Einmalbetrag | Einmalbetrag |
| Wohnen bleiben | Wohnrecht oder Nießbrauch | Nießbrauch gegen Nutzungsentgelt | als Mieter |
Stand Oktober 2026. Diese Erklärung ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
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FAQ
Häufige Fragen zu
Leibrente.
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Wie wird eine Leibrente aus einem Hausverkauf versteuert?
Beim Empfänger ist im Privatvermögen grundsätzlich nur der Ertragsanteil der Rente einkommensteuerpflichtig. Er hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab, zum Beispiel 11 Prozent mit 75 Jahren. Lassen Sie den Einzelfall steuerlich prüfen, vor allem bei kurzer Haltedauer.
Was passiert mit der Leibrente, wenn der Käufer nicht zahlt?
Ist die Rente durch eine Reallast im Grundbuch gesichert, kann der Verkäufer daraus die Zwangsvollstreckung in die Immobilie betreiben. Deshalb ist die Absicherung im Vertrag besonders wichtig, ebenso eine Prüfung der Bonität des Käufers.
Können Erben die Immobilie nach einer Leibrente erben?
Nein, die Immobilie gehört bereits dem Käufer und fällt nicht in den Nachlass. Mit dem Tod des Rentenberechtigten endet in der Regel auch die Rentenzahlung, sofern der Vertrag keine Mindestlaufzeit vorsieht.
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