Lexikon · Bereitstellungszinsen
Bereitstellungszinsen – Definition und Beispiel
Bereitstellungszinsen sind ein Entgelt der Bank für zugesagte, aber noch nicht abgerufene Darlehen. Wann sie anfallen und wie Bauherren sie begrenzen.
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Von Erten Dörter · Stand: Oktober 2026 · Lexikon A–Z
Kurzdefinition
Bereitstellungszinsen sind ein Entgelt, das die Bank für den Teil eines zugesagten Darlehens verlangt, den der Kreditnehmer noch nicht abgerufen hat. Sie fallen meist erst nach einer vereinbarten bereitstellungszinsfreien Zeit an und betreffen vor allem Neubauten und Sanierungen, bei denen das Geld in Raten fließt.
Auch: Bereitstellungszins, Bereitstellungsprovision, bereitstellungszinsfreie Zeit
Was bedeutet Bereitstellungszinsen genau?
Mit der Zusage sichert die Bank den Zins für das gesamte Darlehen und hält das Geld bereit. Dafür verlangt sie, wenn das Darlehen nicht rechtzeitig abgerufen wird, Bereitstellungszinsen. Ein Gesetz legt Höhe und Beginn nicht fest; maßgeblich ist allein der Darlehensvertrag.Typische Regelungen:
Bereitstellungszinsfreie Zeit: je nach Vertrag einige Wochen bis mehrere Monate ab Vertragsschluss; bei Neubaufinanzierungen werden oft längere Zeiträume vereinbart.Höhe: häufig ein Satz pro Monat auf den nicht abgerufenen Betrag, zum Beispiel 0,25 Prozent (Beispielwert, laut Vertrag).Berechnung: nur auf den noch nicht ausgezahlten Teil; mit jedem Abruf sinkt die Basis.Abgrenzung zum Kauf: Beim Kauf einer Bestandsimmobilie wird das Darlehen meist in einer Summe zum Kaufpreis ausgezahlt, Bereitstellungszinsen spielen dort selten eine Rolle.
Beispiel aus Köln
Eine Familie baut ein Einfamilienhaus in Köln-Rondorf und vereinbart ein Darlehen über 450.000 Euro mit sechs Monaten bereitstellungszinsfreier Zeit und 0,25 Prozent Bereitstellungszins pro Monat (Beispiel mit angenommenen Werten; Ergebnisse eigene Rechnung). Nach dem Grundstückskauf und der ersten Bauphase sind sechs Monate nach Vertragsschluss 200.000 Euro abgerufen, 250.000 Euro noch nicht.Ab dem siebten Monat kostet das 0,25 Prozent von 250.000 Euro, also 625 Euro pro Monat. Verzögert sich der Bau um vier Monate, ohne dass weiteres Geld abgerufen wird, fallen 2.500 Euro an. Mit jedem Abruf, etwa für Rohbau oder Dach, sinkt der Betrag. Hätte die Familie zwölf Monate freie Zeit vereinbart, wäre in diesem Fall nichts angefallen.
Was bedeutet das für Eigentümer?
Planen Sie bei Bau oder größerer Sanierung den Abrufplan realistisch und verhandeln Sie eine ausreichende bereitstellungszinsfreie Zeit. Klären Sie mit Bauträger oder Handwerkern, wann Zahlungen fällig werden, und setzen Sie die Kosten als Puffer in Ihre Planung ein. Mehr zum Kauf und zur Finanzierung im Ratgeber Kaufen und Bauen; eine erste Einschätzung zum Wert einer bestehenden Immobilie gibt die Online-Bewertung.
Abgrenzung: Bereitstellungszinsen vs. Sollzins
| Bereitstellungszinsen | Sollzins | |
|---|---|---|
| Bezieht sich auf | nicht abgerufenen Betrag | ausgezahlten Betrag |
| Zweck | Entgelt für Bereithalten | Preis für das Darlehen |
| Teil der Annuität | nein | ja |
Stand Oktober 2026. Diese Erklärung ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
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FAQ
Häufige Fragen zu
Bereitstellungszinsen.
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Wie hoch sind Bereitstellungszinsen?
Das regelt allein der Darlehensvertrag; ein Gesetz legt Höhe und Beginn nicht fest. Häufig wird ein Monatssatz auf den nicht abgerufenen Betrag vereinbart. Vergleichen Sie Angebote auch in diesem Punkt, denn bei längeren Bauzeiten kommen schnell mehrere tausend Euro zusammen.
Ab wann fallen Bereitstellungszinsen an?
Nach Ablauf der vereinbarten bereitstellungszinsfreien Zeit. Diese kann je nach Bank und Verhandlung wenige Wochen oder mehrere Monate betragen. Planen Sie sie bei einem Neubau so, dass sie zum realistischen Bauzeitenplan und zum Zahlungsplan des Bauträgers passt.
Fallen beim Kauf einer Bestandsimmobilie Bereitstellungszinsen an?
Selten, weil das Darlehen meist in einer Summe zum Kaufpreis ausgezahlt wird. Verzögert sich die Fälligkeit des Kaufpreises, etwa durch eine fehlende Löschungsbewilligung oder ein Vorkaufsrecht, können nach Ablauf der freien Zeit dennoch Bereitstellungszinsen anfallen.
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