Ratgeber · Verkauf, Steuern & Recht
Vorfälligkeitsentschädigung beim Verkauf: Berechnung, Höhe und Ausnahmen.
Wer während der Zinsbindung verkauft, muss den Kredit meist vorzeitig ablösen. Dieser Ratgeber erklärt, wann die Bank eine Entschädigung verlangen darf, wie sie rechnet und wann der Anspruch entfällt.
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Auf einen Blick
Das Wichtigste in Kürze.
✓Die Vorfälligkeitsentschädigung ist der Schadensersatz, den die Bank verlangen kann, wenn Sie ein Darlehen mit festem Sollzins vor Ende der Zinsbindung zurückzahlen.
✓Der Verkauf der Immobilie ist ein berechtigtes Interesse: Die Bank muss die vorzeitige Rückzahlung zulassen, darf aber den Schaden ersetzt verlangen.
✓Zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung können Sie mit sechs Monaten Frist ohne Entschädigung kündigen (§ 489 Abs. 1 BGB).
✓Sind die Angaben im Vertrag zu Laufzeit, Kündigungsrecht oder Berechnung unzureichend, ist der Anspruch ausgeschlossen (§ 502 Abs. 2 BGB).
✓Je höher die Rendite, zu der die Bank das Geld wieder anlegen kann, im Vergleich zu Ihrem Vertragszins, desto niedriger fällt die Entschädigung aus.
01Kurzantwort
Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?
Eine Vorfälligkeitsentschädigung ist der Ausgleich, den eine Bank verlangen kann, wenn Sie ein Darlehen mit gebundenem Sollzins vor dem Ende der Zinsbindung zurückzahlen. Sie ersetzt den Zinsschaden, der der Bank dadurch entsteht. Beim Verkauf einer Immobilie fällt sie an, wenn der Kaufpreis einen laufenden Festzinskredit ablösen soll und keine gesetzliche Ausnahme greift.Ob und in welcher Höhe sie anfällt, hängt von drei Fragen ab: Läuft die Zinsbindung noch? Ist das Darlehen schon zehn Jahre vollständig ausgezahlt? Und erklärt Ihr Vertrag die Berechnung ausreichend?
| Situation | Vorfälligkeitsentschädigung? | Grundlage |
|---|---|---|
| Verkauf während der Zinsbindung, Festzinsdarlehen | Ja, in angemessener Höhe | § 490 Abs. 2, § 500 Abs. 2, § 502 Abs. 1 BGB |
| Zinsbindung endet, Rückzahlung zu diesem Termin | Nein | § 489 Abs. 1 Nummer 1 BGB |
| Darlehen seit mehr als zehn Jahren vollständig ausgezahlt, Kündigung mit sechs Monaten Frist | Nein | § 489 Abs. 1 Nummer 2 BGB |
| Darlehen mit veränderlichem Zinssatz, Kündigung mit drei Monaten Frist | Nein | § 489 Abs. 2 BGB |
| Angaben zu Laufzeit, Kündigungsrecht oder Berechnung im Vertrag unzureichend | Nein, Anspruch ausgeschlossen | § 502 Abs. 2 Nummer 2 BGB |
| Rückzahlung aus einer im Darlehensvertrag verlangten Versicherung | Nein, Anspruch ausgeschlossen | § 502 Abs. 2 Nummer 1 BGB |
Quelle: §§ 489, 490, 500 und 502 BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026). § 502 Abs. 2 gilt in der heutigen Fassung für Verbraucherdarlehen, die ab dem 21.03.2016 geschlossen wurden (Art. 229 § 38 EGBGB). Stand Oktober 2026.
02Gesetz
Die Rechtsgrundlage: §§ 490, 500 und 502 BGB.
Welche Vorschrift greift, hängt davon ab, ob Sie den Kredit als Verbraucher aufgenommen haben. Für die meisten privaten Baufinanzierungen ist das der Fall.
Für Sie als Verkäufer heißt das: Die Bank darf die vorzeitige Rückzahlung beim Verkauf nicht verweigern, sie darf aber eine Entschädigung verlangen. Eine feste Prozentgrenze gibt es dafür bei Immobilienkrediten nicht. Maßgeblich ist der tatsächliche, angemessen berechnete Schaden.
01
§ 490 Abs. 2 BGB
Ist der Sollzins gebunden und das Darlehen durch ein Grundpfandrecht gesichert, kann der Darlehensnehmer vorzeitig kündigen, wenn seine berechtigten Interessen es gebieten und seit vollständigem Empfang sechs Monate vergangen sind – mit drei Monaten Frist. Ein solches Interesse liegt insbesondere vor, wenn die beliehene Immobilie anderweitig verwertet, also verkauft werden soll. Den daraus entstehenden Schaden hat er zu ersetzen.
02
§ 500 Abs. 2 BGB
Beim Immobiliar-Verbraucherdarlehen mit gebundenem Sollzins dürfen Sie während der Zinsbindung nur vorzeitig zurückzahlen, wenn Sie ein berechtigtes Interesse haben. Liegen die Voraussetzungen vor, findet § 490 Abs. 2 keine Anwendung; die Entschädigung richtet sich dann nach § 502.
03
§ 502 BGB
Die Bank kann eine angemessene Vorfälligkeitsentschädigung für den unmittelbar mit der vorzeitigen Rückzahlung zusammenhängenden Schaden verlangen, wenn zum Zeitpunkt der Rückzahlung ein gebundener Sollzins geschuldet ist. Die Obergrenzen von 1 bzw. 0,5 Prozent in Absatz 3 gelten nur für Allgemein-Verbraucherdarlehen, nicht für Immobiliardarlehen.
Quellen: §§ 488 Abs. 3, 490, 500, 502 BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026). Stand Oktober 2026.
03Ausnahmen
Wann die Vorfälligkeitsentschädigung ganz entfällt.
Endet die Zinsbindung vor dem Ende der Gesamtlaufzeit und wurde kein neuer Zins vereinbart, können Sie mit einem Monat Frist frühestens zum Ende der Zinsbindung kündigen (§ 489 Abs. 1 Nummer 1 BGB). Eine Entschädigung fällt dann nicht an.Unabhängig von der vereinbarten Zinsbindung können Sie jedes Festzinsdarlehen zehn Jahre nach dem vollständigen Empfang mit sechs Monaten Frist kündigen (§ 489 Abs. 1 Nummer 2 BGB) – auch wenn die Zinsbindung 15 oder 20 Jahre beträgt. Wurde nach der Auszahlung eine neue Vereinbarung über den Zins oder die Rückzahlung getroffen, beginnen die zehn Jahre mit dieser Vereinbarung. Das Kündigungsrecht kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden (§ 489 Abs. 4 BGB).Ein Beispiel: Wurde Ihr Darlehen im Mai 2016 vollständig ausgezahlt, können Sie seit Mai 2026 mit sechs Monaten Vorlauf kündigen. Legen Sie Notartermin und Kaufpreisfälligkeit so, dass die Ablösung zum Kündigungstermin erfolgt. Auch die Bank darf ihren Zinsschaden höchstens bis zu diesem frühestmöglichen Kündigungstermin ansetzen.
Datum der vollständigen Auszahlung und Ende der Zinsbindung im Vertrag nachsehen.Prüfen, ob nach der Auszahlung eine neue Zinsvereinbarung getroffen wurde.Kündigungstermin und Notartermin aufeinander abstimmen.
Quelle: § 489 Abs. 1, 2 und 4 BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026); Begrenzung der geschützten Zinserwartung: BGH, Urteil vom 03.12.2024, XI ZR 75/23. Stand Oktober 2026.
04Berechnung
Vorfälligkeitsentschädigung berechnen: so gehen Banken vor.
Ziel der Berechnung ist, die Bank so zu stellen, als wäre das Darlehen für den vereinbarten Festschreibungszeitraum fortgeführt worden (BGH, Urteil vom 12.03.2024, XI ZR 159/23). Verbreitet ist die vom Bundesgerichtshof seit Langem anerkannte Aktiv-Passiv-Methode (unter anderem Urteile vom 07.11.2000, XI ZR 27/00, und vom 12.03.2024, XI ZR 159/23).Dabei vergleicht die Bank die Zinsen, die Sie bis zum Ende der rechtlich geschützten Zinserwartung gezahlt hätten, mit der Rendite einer laufzeitkongruenten Wiederanlage in sicheren Kapitalmarkttiteln. Von der Differenz zieht sie ersparte Risiko- und Verwaltungskosten ab und zinst das Ergebnis auf den Tag der Rückzahlung ab. Den Verwaltungsaufwand für die vorzeitige Abrechnung darf sie nach dem Bundesgerichtshof einrechnen (Urteil vom 21.10.2025, XI ZR 187/23).
Geschützter Zeitraum: gerechnet wird nur bis zum Ende der Zinsbindung, höchstens bis zum frühesten Kündigungstermin nach § 489 Abs. 1 Nummer 2 BGB (BGH XI ZR 75/23).Sondertilgungsrechte: Vertraglich vereinbarte künftige Sondertilgungsrechte muss die Bank berücksichtigen; eine Formularklausel, die das ausschließt, hat der Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt (Urteil vom 19.01.2016, XI ZR 388/14).Wiederanlagerendite: Je höher sie im Vergleich zu Ihrem Vertragszins ist, desto kleiner der Schaden. Liegt Ihr Vertragszins darunter, entsteht rechnerisch kein Zinsschaden.Nachvollziehbarkeit: Verlangen Sie eine schriftliche Berechnung zum geplanten Ablösetag und lassen Sie sie bei Zweifeln prüfen.
Quellen: BGH, Urteile vom 07.11.2000 (XI ZR 27/00), 19.01.2016 (XI ZR 388/14), 12.03.2024 (XI ZR 159/23), 03.12.2024 (XI ZR 75/23) und 21.10.2025 (XI ZR 187/23). Stand Oktober 2026.
05Beispielrechnung
Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung? Ein Rechenbeispiel.
Die Höhe hängt vor allem vom Abstand zwischen Vertragszins und Wiederanlagerendite und von der Restlaufzeit der Zinsbindung ab. Das Beispiel zeigt die Größenordnung mit angenommenen Werten.
Annahmen: Restschuld 300.000 Euro, Sollzins 4,0 Prozent, Monatsrate 1.500 Euro, verbleibende Zinsbindung 48 Monate. Nach diesen 48 Monaten bestünde noch eine Restschuld von rund 274.000 Euro. Die Bank zinst Raten und Restschuld mit der Wiederanlagerendite ab und zieht davon die heutige Restschuld ab – vereinfacht ohne Abzug ersparter Risiko- und Verwaltungskosten.
| Angenommene Wiederanlagerendite | Vereinfachte Entschädigung bei 4,0 % Vertragszins | Bei 1,5 % Vertragszins (Rate 1.200 €) |
|---|---|---|
| 3,5 % | rund 5.400 € | kein Zinsschaden |
| 3,0 % | rund 10.800 € | kein Zinsschaden |
| 2,5 % | rund 16.400 € | kein Zinsschaden |
| 2,0 % | rund 22.100 € | kein Zinsschaden |
Beispielrechnung mit angenommenen Zinssätzen, monatlicher Abzinsung und ohne Abzug ersparter Kosten; die Werte sind keine Marktangaben. Bei 1,5 % Vertragszins liegt der Barwert der vertraglichen Zahlungen in allen vier Fällen unter der Restschuld. Die verbindliche Berechnung erstellt nur Ihre Bank.
06Vertrag prüfen
Wenn der Vertrag die Berechnung nicht ausreichend erklärt.
Nach § 502 Abs. 2 Nummer 2 BGB ist der Anspruch ausgeschlossen, wenn die Angaben im Vertrag über die Laufzeit, das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers oder die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend sind. Eine bereits gezahlte Entschädigung kann dann zurückgefordert werden.Der Bundesgerichtshof verlangt keine finanzmathematische Formel. Die wesentlichen Parameter müssen aber in groben Zügen so benannt sein, dass ein normal informierter, angemessen aufmerksamer und verständiger Verbraucher sie nachvollziehen kann.
Unzureichend: eine Klausel, die auf die „Restlaufzeit“ des Darlehens statt auf den Zeitraum der rechtlich geschützten Zinserwartung abstellte (BGH, Urteil vom 03.12.2024, XI ZR 75/23).Unzureichend: eine Darstellung, aus der die Differenzrechnung zwischen Vertragszins und Wiederanlagerendite nicht hervorging; die Bank musste die gezahlte Entschädigung erstatten (BGH, Urteil vom 20.05.2025, XI ZR 22/24).Ausreichend: eine Klausel, die die Aktiv-Passiv-Methode nannte und zutreffend auf die rechtlich geschützte Zinserwartung abstellte (BGH, Urteil vom 21.10.2025, XI ZR 187/23).Folge für Sie: Ob Ihre Klausel unzureichend ist, hängt vom genauen Wortlaut ab. Lassen Sie sie von einer Verbraucherzentrale oder einer Anwältin bzw. einem Anwalt für Bankrecht prüfen.
Quellen: § 502 Abs. 2 Nummer 2 BGB; BGH, Urteile vom 03.12.2024 (XI ZR 75/23), 20.05.2025 (XI ZR 22/24) und 21.10.2025 (XI ZR 187/23). Gilt für Verträge ab dem 21.03.2016 (Art. 229 § 38 EGBGB). Stand Oktober 2026.
07Alternativen
Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden: vier Wege.
Ziehen Sie beruflich oder privat um, beschreibt die Seite Immobilie verkaufen beim Umzug die Reihenfolge von Kauf und Verkauf; bei einer Trennung hilft die Seite Scheidungsimmobilie.
01
Sicherheiten tauschen
Kaufen Sie gleichzeitig eine neue Immobilie, können Sie statt der Ablösung verlangen, dass die Grundschuld ausgetauscht wird und der Kredit weiterläuft. Nach dem Bundesgerichtshof muss die Bank zustimmen, wenn die neue Sicherheit ihr Risiko genauso gut abdeckt, Sie alle Kosten tragen und ihr bei Verwaltung und Verwertung keine Nachteile drohen (Urteil vom 03.02.2004, XI ZR 398/02).
02
Übernahme durch den Käufer
Der Käufer kann mit Zustimmung der Bank in Ihren Darlehensvertrag eintreten. Einen Anspruch darauf haben Sie nicht; die Bank prüft den Käufer wie bei einem neuen Kredit.
03
Sondertilgung nutzen
Steht Ihnen im laufenden Jahr noch ein Sondertilgungsrecht zu, kann eine Tilgung vor der Ablösung den Betrag verringern, auf den sich die Entschädigung bezieht. Klären Sie das vorher mit der Bank.
04
Stichtag abwarten
Endet die Zinsbindung oder die Zehnjahresfrist in wenigen Monaten, kann eine spätere Übergabe günstiger sein als die Entschädigung. Rechnen Sie Marktrisiko und laufende Kosten dagegen.
Quelle: BGH, Urteil vom 03.02.2004, XI ZR 398/02. Stand Oktober 2026.
08In Köln
In Köln: Restschuld, Kaufpreis und Zeitplan zusammen denken.
Viele Kölner Darlehen stammen aus Jahren mit hoher Kaufaktivität. 2021 zählte der Gutachterausschuss 4.788 Kaufverträge über Wohnungseigentum, 2023 waren es 3.406, 2025 wieder 4.772. Wer in dieser Zeit finanziert hat, liegt 2026 in vielen Fällen noch in der Zinsbindung.Für den Verkauf zählt dann nicht nur die Entschädigung, sondern die Summe aus Restschuld und Entschädigung im Verhältnis zum erzielbaren Preis. Der stadtweite Mittelwert für Wohnungseigentum lag 2022 bei 4.804 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und 2025 bei 4.709 Euro. Wer 2022 gekauft hat, sollte deshalb früh prüfen, ob der Erlös Restschuld, Entschädigung und Verkaufskosten deckt. Eine adressgenaue Einordnung liefert die Immobilienbewertung in Köln; die Besonderheiten beim Hausverkauf zeigt die Seite Haus verkaufen in Köln.Verkaufen Sie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf eine vermietete Immobilie, prüfen Sie parallel die Einkommensteuer auf den Gewinn – mehr dazu im Ratgeber Spekulationssteuer bei Immobilien.
Quelle: Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Köln, S. 30 (Abschnitt 3.6.6, Kaufverträge Wohnungseigentum) und S. 150 (Abschnitt 6.1.3, Mittelwerte Wohnungseigentum stadtweit, abhängig von Anzahl und Struktur der Kauffälle), Lizenz dl-de/zero-2-0. Stand: Berichtszeitraum 2025.
09Unsere Rolle
Wie homéa Sie dabei unterstützt.
Ob eine Forderung Ihrer Bank rechtlich angreifbar ist, beurteilen eine Verbraucherzentrale oder eine Anwältin bzw. ein Anwalt für Bankrecht – nicht wir. Unser Beitrag liegt im Zeitplan und in den Zahlen: Wir fragen im ersten Gespräch nach Zinsbindung und Auszahlungsdatum, legen Notartermin und Kaufpreisfälligkeit so, dass Stichtage genutzt werden können, und stimmen die Ablösung mit Bank und Notariat ab.Mit einer belastbaren Wertspanne vergleichen Sie, ob ein Verkauf jetzt oder später mehr übrig lässt. Sie haben einen festen Ansprechpartner vom ersten Gespräch bis zur Übergabe. Den Überblick über den gesamten Verkauf gibt die Seite Immobilie verkaufen in Köln; wie die Kosten des Maklers verteilt werden, erklärt der Ratgeber Maklerprovision. Wer statt zu verkaufen vermieten möchte, findet die Abwägung im Ratgeber Haus vermieten oder verkaufen.
Darlehensvertrag, Zinsbindung und Auszahlungsdatum bereitlegen.Schriftliche Berechnung der Bank zum geplanten Ablösetag anfordern.Klausel zur Vorfälligkeitsentschädigung lesen und bei Unklarheit prüfen lassen.Löschungsbewilligung für die Grundschuld rechtzeitig anfordern.
Über die Autoren
Wer diesen Beitrag verfasst hat.
Autor · Gesellschafter homéaErten Dörter
Seit über 20 Jahren am Immobilienmarkt des Rheinlands. Als langjähriger Lizenzpartner von Engel & Völkers hat er zahlreiche Standorte in der Kölner Region aufgebaut und über 1.000 Transaktionen mit rund 500 Mio. € Volumen verantwortet.
Quellen
Worauf dieser Ratgeber beruht.
§ 488 BGB – Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag§ 489 BGB – Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers§ 490 BGB – Außerordentliches Kündigungsrecht§ 500 BGB – Kündigungsrecht des Darlehensnehmers; vorzeitige Rückzahlung§ 502 BGB – VorfälligkeitsentschädigungArt. 229 § 38 EGBGB – Übergangsvorschrift zur WohnimmobilienkreditrichtlinieBGH, Urteil vom 03.12.2024, XI ZR 75/23 – Angabe zur BerechnungBGH, Urteil vom 21.10.2025, XI ZR 187/23 – Angabe zur Berechnung, BearbeitungskostenBGH, Urteile vom 20.05.2025 (XI ZR 22/24), 12.03.2024 (XI ZR 159/23) und 07.11.2000 (XI ZR 27/00)BGH, Urteil vom 19.01.2016, XI ZR 388/14 – SondertilgungsrechteBGH, Urteil vom 03.02.2004, XI ZR 398/02 – SicherheitenaustauschGrundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Köln, S. 30 und 150, Lizenz dl-de/zero-2-0
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick zum Rechtsstand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Die verbindliche Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung erstellt Ihre Bank.
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FAQ
Fragen zur
Vorfälligkeitsentschädigung.
Etwas nicht dabei? Rufen Sie an — 0221 77 71 38 66 — oder schreiben Sie uns.
Muss ich beim Hausverkauf eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen?
In der Regel ja, wenn Sie ein Darlehen mit festem Sollzins während der Zinsbindung zurückzahlen. Der Verkauf ist ein berechtigtes Interesse, die Bank muss die Rückzahlung also zulassen, darf aber den Schaden ersetzt verlangen (§§ 490, 500, 502 BGB). Keine Entschädigung fällt an, wenn die Zinsbindung endet, das Darlehen seit mehr als zehn Jahren vollständig ausgezahlt ist und Sie mit sechs Monaten Frist kündigen oder der Vertrag die Berechnung nicht ausreichend erklärt.
Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung?
Einen festen Prozentsatz gibt es bei Immobilienkrediten nicht; die Obergrenzen des § 502 Abs. 3 BGB gelten nur für Allgemein-Verbraucherdarlehen. Die Bank berechnet den Zinsschaden bis zum Ende der geschützten Zinserwartung, abzüglich ersparter Risiko- und Verwaltungskosten. Je kleiner der Abstand zwischen Ihrem Vertragszins und der aktuellen Wiederanlagerendite und je kürzer die Restlaufzeit, desto geringer die Entschädigung.
Wann entfällt die Vorfälligkeitsentschädigung nach zehn Jahren?
Zehn Jahre nach dem vollständigen Empfang des Darlehens können Sie jedes Festzinsdarlehen mit sechs Monaten Frist kündigen, ohne Entschädigung (§ 489 Abs. 1 Nummer 2 BGB). Das gilt auch bei einer Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren. Wurde nach der Auszahlung eine neue Vereinbarung über Zins oder Rückzahlung getroffen, beginnt die Frist mit dieser Vereinbarung.
Wann ist die Vorfälligkeitsentschädigung wegen eines Vertragsfehlers ausgeschlossen?
Wenn die Angaben im Vertrag über die Laufzeit, das Kündigungsrecht oder die Berechnung unzureichend sind (§ 502 Abs. 2 Nummer 2 BGB). Der Bundesgerichtshof hat das etwa bei einer Klausel bejaht, die auf die Restlaufzeit statt auf die geschützte Zinserwartung abstellte (XI ZR 75/23). Eine Klausel, die die Methode und die geschützte Zinserwartung zutreffend nennt, genügt dagegen (XI ZR 187/23).
Wie berechnet die Bank die Vorfälligkeitsentschädigung?
Verbreitet ist die Aktiv-Passiv-Methode: Die Bank vergleicht die Zinsen, die Sie bis zum Ende der geschützten Zinserwartung gezahlt hätten, mit der Rendite einer laufzeitgleichen Wiederanlage. Von der Differenz zieht sie ersparte Risiko- und Verwaltungskosten ab und zinst das Ergebnis auf den Ablösetag ab. Vereinbarte Sondertilgungsrechte muss sie dabei berücksichtigen.
Kann ich die Vorfälligkeitsentschädigung durch einen Objekttausch vermeiden?
Ja, wenn Sie gleichzeitig eine neue Immobilie kaufen und der Kredit weiterlaufen soll. Nach dem Bundesgerichtshof muss die Bank dem Austausch der Grundschuld zustimmen, wenn die neue Sicherheit ihr Risiko genauso gut abdeckt, Sie alle Kosten tragen und ihr bei Verwaltung und Verwertung keine Nachteile drohen (XI ZR 398/02). Sprechen Sie die Bank früh darauf an.
Kann der Käufer meinen Kredit übernehmen?
Das ist möglich, wenn die Bank zustimmt und den Käufer als neuen Darlehensnehmer akzeptiert. Einen Anspruch darauf haben Sie nicht. Die Bank prüft die Bonität des Käufers wie bei einem neuen Kredit. Interessant ist das vor allem, wenn Ihr Vertragszins unter dem aktuellen Marktniveau liegt und der Käufer ohnehin finanzieren muss.
Kann ich eine gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückfordern?
Ja, wenn die Bank sie nicht verlangen durfte – etwa weil die Vertragsangaben unzureichend waren. In dem vom Bundesgerichtshof am 20.05.2025 entschiedenen Fall (XI ZR 22/24) musste die Bank die gezahlte Entschädigung erstatten. Ob Ihre Klausel betroffen ist, lassen Sie von einer Verbraucherzentrale oder einer Anwältin bzw. einem Anwalt für Bankrecht prüfen.
Gilt die Obergrenze von 1 Prozent auch für Baufinanzierungen?
Nein. Die Grenzen von 1 Prozent bzw. 0,5 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags in § 502 Abs. 3 BGB gelten nur für Allgemein-Verbraucherdarlehen, also etwa Ratenkredite. Bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen darf die Bank eine angemessene Entschädigung für den tatsächlich entstandenen Schaden verlangen, ohne feste Prozentgrenze.
Ihr nächster Schritt
Den Verkauf so planen, dass Stichtage für Sie arbeiten.
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Eine erste Preisspanne für Ihre Adresse auf Basis der amtlichen Daten – kostenlos, ohne Registrierung.
Persönliches Gespräch
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