Ratgeber · Verkauf, Steuern & Recht
Maklerprovision beim Immobilienverkauf: wer zahlt was – und warum.
Seit Dezember 2020 regelt das Gesetz, wie die Maklerprovision zwischen Verkäufer und Käufer verteilt werden darf. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln, die Fälligkeit und die steuerliche Wirkung.
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Auf einen Blick
Das Wichtigste in Kürze.
✓Die Höhe der Maklerprovision ist gesetzlich nicht festgelegt; sie wird frei vereinbart.
✓Seit dem 23. Dezember 2020 braucht ein Maklervertrag über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus die Textform (§ 656a BGB).
✓Ist der Käufer Verbraucher, darf er bei Wohnung und Einfamilienhaus höchstens so viel zahlen wie der Verkäufer (§§ 656b bis 656d BGB).
✓Der Anspruch auf die Provision entsteht erst, wenn der Kaufvertrag durch die Tätigkeit des Maklers wirksam zustande kommt (§ 652 BGB).
✓Für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien und gewerbliche Käufer gelten die Teilungsregeln nicht.
01Kurzantwort
Maklerprovision: wer zahlt sie beim Verkauf?
Die Maklerprovision zahlt, wer den Makler beauftragt hat – beim Verkauf also in der Regel der Verkäufer. Bei einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus mit einem Käufer, der Verbraucher ist, darf ein Teil an den Käufer weitergegeben werden, aber höchstens so viel, wie der Verkäufer selbst zahlt. Arbeitet der Makler für beide Seiten, müssen beide gleich viel zahlen.Diese Regeln stehen seit dem 23. Dezember 2020 in den §§ 656a bis 656d des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Wie hoch die Provision ist, legt das Gesetz nicht fest. Sie wird zwischen Auftraggeber und Makler vereinbart.
| Regel | Inhalt | Grundlage |
|---|---|---|
| Entstehung | Provision nur, wenn der Hauptvertrag infolge des Nachweises oder der Vermittlung des Maklers zustande kommt | § 652 Abs. 1 BGB |
| Textform | Maklervertrag über Wohnung oder Einfamilienhaus mindestens in Textform, etwa per E-Mail | § 656a BGB |
| Anwendungsbereich | Die Teilungsregeln gelten nur, wenn der Käufer Verbraucher ist | § 656b BGB |
| Tätigkeit für beide Seiten | Provision von beiden nur in gleicher Höhe, sonst ist der Maklervertrag unwirksam | § 656c BGB |
| Auftrag nur einer Seite | Weitergabe an die andere Seite nur, wenn der Auftraggeber mindestens gleich viel zahlt; Käuferanteil erst nach Zahlung und Nachweis fällig | § 656d BGB |
Quelle: §§ 652, 656a bis 656d BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026); Inkrafttreten der §§ 656a bis 656d am 23.12.2020. Stand Oktober 2026.
02Gesetz
Die Rechtslage nach §§ 656a bis 656d BGB.
Die vier Vorschriften gelten für Maklerverträge über den Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses. Sinngemäß und eng am Gesetzestext regeln sie Folgendes.
Zur Textform hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 11.03.2026 (I ZR 202/25) entschieden, dass auch ein Austausch von E-Mails einen formwirksamen Maklervertrag begründen kann. Parteien, Provisionshöhe und Objekt müssen sich aus den Erklärungen in Textform bestimmen lassen, und es muss erkennbar sein, wo die jeweilige Erklärung endet. Wahrt der Vertrag die Textform nicht, kann der Makler nach diesem Urteil auch keinen Ausgleich aus ungerechtfertigter Bereicherung verlangen. Ein nur mündlich geschlossener Vertrag erfüllt die Textform nicht.
01
§ 656a – Textform
Ein Maklervertrag, der den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Kaufvertrags über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus oder die Vermittlung eines solchen Vertrags zum Gegenstand hat, bedarf der Textform. Das gilt unabhängig davon, wer kauft.
02
§ 656b – Persönlicher Anwendungsbereich
Die §§ 656c und 656d gelten nur, wenn der Käufer ein Verbraucher ist. Kauft eine GmbH oder ein Unternehmer für sein Gewerbe, greifen die Teilungsregeln nicht.
03
§ 656c – Tätigkeit für beide Parteien
Lässt sich der Makler von Käufer und Verkäufer eine Provision versprechen, müssen sich beide in gleicher Höhe verpflichten. Wird er für eine Seite unentgeltlich tätig, darf er auch von der anderen nichts verlangen. Ein Erlass wirkt zugunsten beider; davon kann vertraglich nicht abgewichen werden. Ein abweichender Maklervertrag ist unwirksam.
04
§ 656d – Vereinbarungen über die Maklerkosten
Hat nur eine Seite den Makler beauftragt, ist eine Vereinbarung, die die andere Seite zur Zahlung oder Erstattung verpflichtet, nur wirksam, wenn der Auftraggeber mindestens in gleicher Höhe zahlungspflichtig bleibt. Der Anspruch gegen die andere Seite wird erst fällig, wenn der Auftraggeber gezahlt hat und er oder der Makler das nachweist.
Quellen: §§ 656a bis 656d BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026); BGH, Urteil vom 11.03.2026, I ZR 202/25. Stand Oktober 2026.
03Anwendungsbereich
Für welche Immobilien die Teilung gilt.
Das Gesetz spricht nur von Wohnungen und Einfamilienhäusern. Die Gesetzesbegründung beschreibt ein Einfamilienhaus als Gebäude, das in erster Linie den Wohnzwecken der Mitglieder eines einzelnen Haushalts dient; eine weitere Wohnung von untergeordneter Bedeutung, etwa eine Einliegerwohnung, ist unschädlich. Gewerbeimmobilien und an eine Vielzahl von Parteien vermietete Wohnhäuser sind ausdrücklich nicht gemeint.Für ein Zweifamilienhaus mit zwei gleichwertigen Wohnungen und für unbebaute Grundstücke gibt der Wortlaut keine klare Antwort. Lassen Sie solche Fälle vor der Beauftragung rechtlich prüfen. Was beim Verkauf von Zinshäusern sonst zählt, beschreibt die Seite Mehrfamilienhaus verkaufen in Köln.
| Objekt und Käufer | Teilungsregeln §§ 656c, 656d BGB? |
|---|---|
| Eigentumswohnung, Käufer ist Verbraucher | Ja |
| Einfamilienhaus, auch mit untergeordneter Einliegerwohnung, Käufer ist Verbraucher | Ja |
| Mehrfamilienhaus, Wohn- und Geschäftshaus | Nein |
| Gewerbeimmobilie | Nein |
| Käufer ist Unternehmer oder Gesellschaft (kein Verbraucher) | Nein |
| Zweifamilienhaus mit gleichwertigen Wohnungen, Baugrundstück | Nicht ausdrücklich geregelt – Einzelfall prüfen |
Quellen: §§ 656a, 656b BGB; Gesetzentwurf der Bundesregierung, BT-Drucksache 19/15827 vom 11.12.2019, S. 18 (Begriffe Wohnung und Einfamilienhaus, Ausnahme Gewerbe und Mehrparteienhaus). Stand Oktober 2026.
04Modelle
Maklerprovision für Verkäufer: die zulässigen Modelle im Vergleich.
Wie sich die Provision verteilt, hängt davon ab, wer den Makler beauftragt. Die Tabelle rechnet die Modelle mit einer angenommenen Gesamtprovision von 30.000 Euro durch – ein reiner Rechenwert ohne Aussage über marktübliche Sätze oder die Konditionen von homéa.
Innenprovision: Der Auftraggeber zahlt. Für Käufer ist das Objekt dann provisionsfrei.Weitergabe: Der Verkäufer verpflichtet den Käufer im Kaufvertrag, einen Teil zu übernehmen – bei Wohnung und Einfamilienhaus höchstens bis zur Hälfte.Doppeltätigkeit: Der Makler hat Verträge mit beiden Seiten. Erlässt er einer Seite die Provision, wirkt das auch für die andere.Reine Käuferprovision: nur außerhalb des Anwendungsbereichs möglich, etwa bei Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Käufern.
| Modell (Beispiel, Wohnung oder Einfamilienhaus, Käufer ist Verbraucher) | Verkäufer zahlt | Käufer zahlt | Zulässig? |
|---|---|---|---|
| Tätigkeit für beide Seiten, gleiche Höhe | 15.000 € | 15.000 € | Ja (§ 656c Abs. 1 BGB) |
| Tätigkeit für beide Seiten, ungleiche Höhe | 5.000 € | 25.000 € | Nein – Maklervertrag unwirksam (§ 656c Abs. 2 BGB) |
| Tätigkeit für beide Seiten, für den Verkäufer kostenlos | 0 € | 30.000 € | Nein – dann darf auch vom Käufer nichts verlangt werden (§ 656c Abs. 1 BGB) |
| Nur der Verkäufer beauftragt, Hälfte weitergegeben | 15.000 € | 15.000 €, fällig erst nach Zahlung des Verkäufers | Ja (§ 656d Abs. 1 BGB) |
| Nur der Verkäufer beauftragt, mehr als die Hälfte weitergegeben | 10.000 € | 20.000 € | Nein – Abwälzungsvereinbarung unwirksam (§ 656d Abs. 1 BGB) |
| Nur der Verkäufer beauftragt, trägt alles | 30.000 € | 0 € | Ja |
Beispielrechnung mit angenommenem Gesamtbetrag. Rechtsgrundlage: §§ 656c, 656d BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026). Stand Oktober 2026.
05Höhe
Wie hoch ist die Maklerprovision?
Eine gesetzliche Höhe gibt es nicht. Die Provision ist frei verhandelbar und wird meist als Prozentsatz des Kaufpreises vereinbart. Achten Sie darauf, ob ein Satz die Umsatzsteuer enthält oder zuzüglich Umsatzsteuer gilt – das sollte der Vertrag ausdrücklich sagen.Eine aktuelle amtliche Erhebung zur Provisionshöhe ist uns nicht bekannt. Die einzige amtliche Angabe stammt aus dem Gesetzgebungsverfahren: Die Begründung des Regierungsentwurfs nannte 2019 eine ortsübliche Gesamtprovision zwischen 4,76 und 7,14 Prozent des Kaufpreises, wobei 7,14 Prozent der überwiegend verlangte Satz sei; nur in Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Teilen von Niedersachsen fielen die Provisionen niedriger aus. Diese Werte beschreiben den Markt vor der Reform und sind keine Vorgabe.Entscheidend für Sie als Verkäufer ist weniger der Satz als das, was dafür geleistet wird: Wertermittlung, Unterlagen, Vermarktung, Prüfung der Finanzierung, Begleitung bis zur Übergabe. Fragen Sie vor der Beauftragung schriftlich nach dem Leistungsumfang.
Quelle: Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser, BT-Drucksache 19/15827 vom 11.12.2019, S. 10. Stand der Angabe: 2019.
06Fälligkeit
Wann die Provision entsteht – und wann nicht.
Der Anspruch entsteht, wenn der Kaufvertrag infolge des Nachweises oder der Vermittlung des Maklers zustande kommt (§ 652 Abs. 1 Satz 1 BGB). Beim Immobilienkauf ist das der wirksam beurkundete notarielle Kaufvertrag. Wird der Kaufvertrag unter einer aufschiebenden Bedingung geschlossen, kann die Provision erst verlangt werden, wenn die Bedingung eintritt (§ 652 Abs. 1 Satz 2 BGB). Gibt der Verkäufer einen Teil an den Käufer weiter, wird der Käuferanteil erst fällig, wenn der Verkäufer gezahlt hat und das nachgewiesen ist (§ 656d Abs. 1 Satz 2 BGB).
Kein Anspruch ohne Ursächlichkeit: Kommt der Vertrag nicht durch Nachweis oder Vermittlung des Maklers zustande, entsteht keine Provision.Kein Anspruch ohne Textform: Ein Maklervertrag über Wohnung oder Einfamilienhaus, der die Textform nicht wahrt, ist unwirksam.Kein Anspruch bei ungleicher Doppelprovision: Ein Maklervertrag, der gegen § 656c Abs. 1 Satz 1 oder 2 BGB verstößt, ist unwirksam.Aufwendungen wie Inserate muss der Auftraggeber nur ersetzen, wenn das vereinbart ist – auch wenn kein Vertrag zustande kommt (§ 652 Abs. 2 BGB).Reservierungsgebühren: Eine formularmäßig vereinbarte Reservierungsgebühr, die in keinem Fall zurückgezahlt wird und der keine nennenswerte Gegenleistung gegenübersteht, hat der Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt (Urteil vom 20.04.2023, I ZR 113/22).
Quellen: §§ 652, 656a, 656c, 656d BGB (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026); BGH, Urteil vom 20.04.2023, I ZR 113/22. Fällt ein Kaufvertrag später weg, hängt der Anspruch vom Grund ab – lassen Sie den Einzelfall rechtlich prüfen.
07Steuer
Ist die Maklerprovision steuerlich absetzbar?
Für den Verkäufer kommt es darauf an, ob der Verkauf steuerpflichtig ist. Verkaufen Sie innerhalb der Zehnjahresfrist und greift keine Ausnahme für Eigennutzung, ist der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft zu versteuern. Dann mindern Kosten des Verkaufs wie die Provision als Werbungskosten den Gewinn (§ 23 Abs. 3 Satz 1 EStG). Ist der Verkauf steuerfrei, wirkt sich die Provision steuerlich nicht aus. Wann das der Fall ist, erklärt der Ratgeber Spekulationssteuer bei Immobilien.Für den Käufer gehört sein Anteil zu den Anschaffungsnebenkosten. Bei einer vermieteten Immobilie wirkt er über die Abschreibung des Gebäudeanteils. Wer vermietet und überlegt, ob er überhaupt verkaufen soll, findet die Abwägung im Ratgeber Haus vermieten oder verkaufen. Klären Sie die steuerliche Behandlung im Einzelfall mit Ihrer Steuerberatung.
Quelle: § 23 Abs. 3 Satz 1 EStG (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 12.10.2026). Stand Oktober 2026.
08In Köln
In Köln: welche Verkäufe unter die Regeln fallen.
Die Teilungsregeln betreffen in Köln die zahlenmäßig größten Teilmärkte: Wohnungen und Einfamilienhäuser. Mehrfamilienhäuser liegen außerhalb.
Die amtliche Statistik trennt Ein- und Zweifamilienhäuser nicht, deshalb lässt sich nicht genau sagen, wie viele der 1.355 Hausverkäufe unter die Regeln fallen. Für Verkäufer in Köln heißt das: Bei Wohnung und Einfamilienhaus ist die Weitergabe der Provision begrenzt, beim Mehrfamilienhaus wird die Verteilung frei verhandelt. Was beim Verkauf in Köln sonst zählt, zeigt die Seite Wohnung verkaufen in Köln.
| Teilmarkt Köln 2025 | Kaufverträge | Teilungsregeln bei Verbraucher als Käufer? |
|---|---|---|
| Wohnungseigentum, Weiterverkauf | 4.031 | Ja |
| Ein- und Zweifamilienhäuser, Weiterverkauf | 1.355 | Ja beim Einfamilienhaus; beim Zweifamilienhaus Einzelfall |
| Mehrfamilienhäuser, auch mit gewerblichem Anteil | 655 | Nein |
Quelle: Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Köln, S. 28 (Abschnitt 3.6.4), S. 29 (Abschnitt 3.6.5) und S. 30 (Abschnitt 3.6.6), Lizenz dl-de/zero-2-0. Stand: Berichtszeitraum 2025.
09Unser Honorar
Wie homéa abrechnet.
homéa arbeitet ausschließlich mit Erfolgshonorar. Es wird erst fällig, wenn der Kaufvertrag beim Notar beurkundet ist – vorher entstehen Ihnen keine Kosten für unsere Tätigkeit. Höhe und Verteilung besprechen wir mit Ihnen im Erstgespräch und halten sie vor der Beauftragung in Textform fest, so wie es § 656a BGB verlangt.Sie haben einen festen Ansprechpartner vom ersten Gespräch bis zur Übergabe. Wie der Verkauf insgesamt abläuft, zeigt die Seite Immobilie verkaufen in Köln. Läuft für Ihre Immobilie noch ein Darlehen, lesen Sie vorab den Ratgeber Vorfälligkeitsentschädigung. Unabhängig davon, mit wem Sie arbeiten, sollte jeder Maklervertrag diese Punkte klar regeln:
Maklervertrag in Textform mit Objekt, Honorar und Angabe zur Umsatzsteuer.Klar benanntes Modell: Auftrag nur durch Sie oder Tätigkeit für beide Seiten.Bei Tätigkeit für beide Seiten: gleiche Höhe für Käufer und Verkäufer.Fälligkeit des Honorars eindeutig geregelt; keine Reservierungsgebühr ohne Gegenleistung.Leistungsumfang, Laufzeit und Kündigung schriftlich.
Über die Autoren
Wer diesen Beitrag verfasst hat.
Autor · Gesellschafter homéaErten Dörter
Seit über 20 Jahren am Immobilienmarkt des Rheinlands. Als langjähriger Lizenzpartner von Engel & Völkers hat er zahlreiche Standorte in der Kölner Region aufgebaut und über 1.000 Transaktionen mit rund 500 Mio. € Volumen verantwortet.
Quellen
Worauf dieser Ratgeber beruht.
§ 652 BGB – Entstehung des Lohnanspruchs§ 656a BGB – Textform§ 656b BGB – Persönlicher Anwendungsbereich der §§ 656c und 656d§ 656c BGB – Lohnanspruch bei Tätigkeit für beide Parteien§ 656d BGB – Vereinbarungen über die Maklerkosten§ 23 EStG – Private VeräußerungsgeschäfteBT-Drucksache 19/15827 vom 11.12.2019 (Regierungsentwurf), S. 10 und 18BGH, Urteil vom 11.03.2026, I ZR 202/25 – Textform per E-Mail-AustauschBGH, Urteil vom 20.04.2023, I ZR 113/22 – ReservierungsgebührGrundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Köln, S. 28 bis 30, Lizenz dl-de/zero-2-0
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick zum Rechtsstand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
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FAQ
Fragen zur
Maklerprovision.
Etwas nicht dabei? Rufen Sie an — 0221 77 71 38 66 — oder schreiben Sie uns.
Wer zahlt die Maklerprovision beim Hausverkauf?
Grundsätzlich die Seite, die den Makler beauftragt hat, beim Verkauf also meist der Verkäufer. Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern darf ein Teil an einen Käufer, der Verbraucher ist, weitergegeben werden, aber nur, wenn der Verkäufer mindestens gleich viel zahlt (§ 656d BGB). Arbeitet der Makler für beide Seiten, müssen Käufer und Verkäufer gleich viel zahlen (§ 656c BGB).
Wie hoch ist die Maklerprovision?
Die Höhe ist gesetzlich nicht festgelegt und frei verhandelbar. Die Begründung des Regierungsentwurfs zur Reform nannte 2019 eine ortsübliche Gesamtprovision zwischen 4,76 und 7,14 Prozent des Kaufpreises, wobei 7,14 Prozent überwiegend verlangt worden seien (BT-Drucksache 19/15827, S. 10). Eine aktuelle amtliche Erhebung ist uns nicht bekannt. Klären Sie im Vertrag, ob die Umsatzsteuer enthalten ist.
Darf der Käufer die ganze Maklerprovision übernehmen?
Bei einer Wohnung oder einem Einfamilienhaus und einem Käufer, der Verbraucher ist, nicht. Hat nur der Verkäufer den Makler beauftragt, ist eine Abwälzung nur wirksam, wenn der Verkäufer mindestens in gleicher Höhe zahlungspflichtig bleibt (§ 656d Abs. 1 BGB). Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien oder gewerblichen Käufern gilt diese Grenze nicht; dort ist die Verteilung frei verhandelbar.
Wann muss die Maklerprovision bezahlt werden?
Der Anspruch entsteht, sobald der Kaufvertrag infolge des Nachweises oder der Vermittlung des Maklers wirksam zustande kommt, beim Immobilienkauf also mit der Beurkundung (§ 652 BGB). Bei einer aufschiebenden Bedingung erst mit deren Eintritt. Gibt der Verkäufer einen Teil an den Käufer weiter, wird der Käuferanteil erst fällig, wenn der Verkäufer gezahlt hat und dies nachgewiesen ist.
Ist ein mündlicher Maklervertrag wirksam?
Bei Wohnungen und Einfamilienhäusern nicht. § 656a BGB verlangt seit dem 23.12.2020 die Textform; E-Mail genügt. Nach dem Bundesgerichtshof kann auch ein Austausch mehrerer E-Mails einen formwirksamen Vertrag begründen, wenn Parteien, Provisionshöhe und Objekt daraus hervorgehen (Urteil vom 11.03.2026, I ZR 202/25). Außerdem muss erkennbar sein, wo die jeweilige Erklärung endet.
Gilt die Teilung der Provision auch beim Mehrfamilienhaus?
Nein. Die §§ 656a bis 656d BGB betreffen nur Wohnungen und Einfamilienhäuser. Die Gesetzesbegründung nimmt an eine Vielzahl von Parteien vermietete Wohnhäuser und Gewerbeimmobilien ausdrücklich aus. Beim Verkauf eines Mehrfamilienhauses oder Wohn- und Geschäftshauses können Verkäufer und Käufer die Provision deshalb frei verteilen, auch vollständig auf eine Seite.
Was passiert, wenn ein Makler von Käufer und Verkäufer unterschiedlich viel verlangt?
Dann ist der Maklervertrag unwirksam (§ 656c Abs. 2 BGB), sofern es um eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus geht und der Käufer Verbraucher ist. Gleiches gilt, wenn der Makler für eine Seite kostenlos arbeitet und von der anderen eine Provision verlangt. Erlässt er einer Seite die Provision, wirkt dieser Erlass kraft Gesetzes auch zugunsten der anderen Seite (§ 656c Abs. 1 Satz 3 BGB).
Kann ich die Maklerprovision beim Verkauf von der Steuer absetzen?
Ja, wenn der Verkauf als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig ist, also innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf und ohne begünstigte Eigennutzung. Dann mindert die Provision als Werbungskosten den Gewinn (§ 23 Abs. 3 Satz 1 EStG). Ist der Verkauf steuerfrei, wirkt sich die Provision steuerlich nicht aus. Die Einzelheiten klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Darf ein Makler eine Reservierungsgebühr verlangen?
Eine formularmäßig vereinbarte Reservierungsgebühr ist nach dem Bundesgerichtshof unwirksam, wenn sie in keinem Fall zurückgezahlt wird und der Kunde dafür weder nennenswerte Vorteile noch eine geldwerte Gegenleistung erhält (Urteil vom 20.04.2023, I ZR 113/22). Auch Aufwendungen wie Inseratskosten muss der Auftraggeber nur ersetzen, wenn das ausdrücklich vereinbart ist (§ 652 Abs. 2 BGB). Lesen Sie vor der Unterschrift genau, welche Zahlungen außer der Provision vorgesehen sind.
Wann ist das Honorar von homéa fällig?
homéa arbeitet ausschließlich mit Erfolgshonorar. Es wird fällig, wenn der Kaufvertrag beim Notar beurkundet ist. Vorher fallen für unsere Tätigkeit keine Kosten an. Die Höhe und die Verteilung zwischen Verkäufer und Käufer besprechen wir im Erstgespräch und halten sie vor der Beauftragung in Textform fest.
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